Stimmungswechsel: Gemeinderat weist Gestaltungsplan zurück

24 Horriwilerinnen und Horriwiler und eine Vertreterin der Presse haben sich am 21. September 2016 im Mehrzweckgebäude eingefunden, um der 10. Sitzung des Gemeinderates beizuwohnen.

Das ausserordentliche grosse Interesse war sicher auf das Traktandum „Gestaltungsplan Dorfzentrum Nord“ (inkl. Behandlung der Petition zur Ausstandsregelung) zurückzuführen.

Im Rahmen der Beantwortung der Petition zum Thema „Ausstandsregelung“ konnten sich alle Gemeinderäte erklären und allfällige Abhängigkeiten deklarieren. Zuhanden des Protokoll haben denn auch alle Gemeinderäte einzeln bestätigt, dass keinerlei Ausschlusskriterien vorliegen und somit der gesamte Gemeinderat berechtigt ist, beim nachfolgenden Traktandum „Gestaltung Dorfzentrum Nord“ abzustimmen.

Eine grosse Überraschung dann bei der Behandlung der Einsprachen zum Projekt „Gestaltung Dorfzentrum Nord: Noch bevor die Ergebnisse der Einspracheverhandlungen diskutiert werden konnten, wurde ein Antrag aus der letzten Sitzung des Gemeinderates erneut formuliert und zur Abstimmung vorgelegt. Nach einer kurzen Debatte über die Stimmung in der Bevölkerung hat der Gemeinderat mit 4 zu 0 Stimmen bei einer (1) Enthaltung den „Gestaltungsplan Dorfzentrum Nord“ zurückgewiesen.
Der Bevölkerung von Horriwil soll anlässlich eines ordentlichen Mitwirkungsverfahrens die Möglichkeit gegeben werden aktiv an der Gestaltung des neuen Dorfzentrums mitzuwirken. Horriwilerinnen und Horriwiler sind nun gefordert in einem konstruktiven Dialog die Defizite des heutigen Gestaltungsplans zu korrigieren bevor die Planungszone im Frühling 2017 ausläuft.

Die nachfolgenden Traktanden wurde speditiv behandelt und der Gemeinderat gab sich als Kollegialbehörde souverän und weitsichtig. Umso erstaunter waren alle Anwesenden, als Gemeindepräsident Franz Schreier unter dem letzten Traktandum den nötigen Rückhalt im Gemeinderat bemängelte und seinen vorzeitigen Rücktritt per Ende September 2016 ankündigte.

4 Kommentare

  • Bianca Herron

    Ehrlich erstaunt darüber, dass sich zu der Sitzung in etwa so viele Einwohner eingefunden haben, wie ansonsten zu einer Gemeindeversammlung – danke ich den Initianten von Pro Horriwil für ihren Einsatz!
    Nun ist zu hoffen, dass die HorriwilerInnen diese Gelegenheit auch nutzen und an der Überarbeitung mitwirken.

  • DURCHATMEN!

    Der Gemeinderat hat sich gestern den Respekt vieler Horriwilerinnen und Horriwiler verdient. Er hat bewiesen, dass er als lernfähiges Gremium funktionieren kann und sehr wohl in der Lage ist auch seine eigenen Entscheidungen kritisch zu hinterfragen! CHAPEAU

    Die emotionale Diskussion um Sieger und Verlierer muss nun SOFORT in einen konstruktiven Dialog überführt werden, der dem Anspruch an ein echtes Mitwirkungsverfahren gerecht wird. Nun ist Leadership und Führung gefragt, um den Schwung der letzen Wochen mitnehmen können.

    Nun sollte eine schlagkräftige Kommission gebildet werden, welche den Gemeinderat kompetent, effizient und „bürgernah“ bei der Neuauflage des Projektes „Dorfzentrum“ unterstützt. Hier setze ich auch auf die konstruktive Mitarbeit aller Einsprache-Verfasser!

  • Petra Furrer Spirig

    Genau, jetzt soll sich eine Sonderkommission mit der Gestaltung „Dorfzentrum“ befassen und die verschiedenen Ideen und Wünsche aufnehmen.

    Hier schon mal ein schönes Beispiel bezüglich „Wohnen im Alter“ im ländlichen Gebiet. In Schnottwil wurde ein echtes und stimmiges Konzept erarbeitet und umgesetzt.

    http://www.solothurnerzeitung.ch/solothurn/lebern-bucheggberg-wasseramt/der-chronehof-ist-das-optimale-daheim-fuer-den-ruhestand-130587195

  • Cyrill Spirig

    Dass der Gemeinderat seinen eigenen Entscheid umgestossen hat und nun auf die Horriwilerinnen und Horriwiler zu geht und sie zu einer aktiven Mitwirkung bei der Ausgestaltung des Dorfkerns einlädt, ist ein Zeichen von politischer Reife und menschlicher Grösse. Hut ab. Gelebte Demokratie kommt ohne Anwälte aus.

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